Gâteau à la papette

Für die Papette 200 g Dörrpflaumen (ohne Stein) grob hacken und mit 100 g Rosinen in eine Schüssel geben. 2 dl Rotwein und 2 dl Wasser zusammen mit 1/4 Zimtstange aufkochen und über die Früchte giessen. Über Nacht (oder zumindest für 2 Std.) einweichen lassen. Zimtstange entfernen, die Früchte samt Flüssigkeit und 60 g Zucker aufkochen und unter Rühren etwa 10 Min. einkochen lassen bis die Masse dickflüssig wie Konfitüre ist. Papette auskühlen lassen. Für den Mürbeteig 250 g Mehl, 80 Zucker und 1 Prise Salz mischen. 125 g kalte Butter in Flocken schneiden und dazu geben. Mit den Fingern fein verreiben. 1/2 dl Milch beifügen und rasch zu einem Teig zusammenfügen. Zu einer Kugel formen und in Klarsichtfolie eingepackt im Kühlschrank 30 Min. kühlstellen. 2/3 des Teigs zwischen zwei Backpapieren rund auswallen. Ausgewallten Teig für weitere 15 Min. kühl stellen (der Teig lässt sich so besser verarbeiten). Mürbeteig in eine Kuchenform von 26 cm ø geben. Teig mehrfach mit einer Gabel einstechen. Den restlichen Teig ebenfalls auswallen und in etwa 1,5 cm breite Streifen schneiden. Papette auf den Teigboden geben. Teigstreifen kreuzweise auf die Füllung legen (überstehende Teigreste bündig abschneiden). Teigrand herunterklappen. Teigrand und -gitter mit 1 verquirlten Ei bestreichen. Kuchen auf der zweituntersten Rille des Ofens bei 200° C etwa 35 Min. backen. Kuchen etwa 10 Min. in der Form ruhen lassen, herausnehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen. Die Menge reicht für zwei kleinere Kuchen von 18 cm Durchmesser. Quelle: Annemarie Wildeisens KOCHEN, «So kocht man bei uns» von M. Vidoudez und J. Grangier

Supplement: Der Gâteau à la papette oder papète ist eine süsse Spezialität aus dem Waadtländer Vallée de Joux und wird mit einem Mürbeteig und einem Brei, der «papète», aus Dörrpflaumen und Rosinen gebacken. Aufgrund seiner dunklen Farbe nennt man ihn auch Gâteau noir. Erstaunlich, dass diese bäuerliche Spezialität im waadtländer Hochtal zur Tradition wurde, wurden doch im Vallée de Joux weder Zwetschgen noch Reben angebaut. Zu rauh war das Klima für den Obstbau, so wurden wohl die getrockneten Früchte ins Tal hochgeschaft. Seit wann der Kuchen im Vallée de Joux verbreitet ist, lässt ich nicht genau festmachen, es soll ihn aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts geben. Gemäss der Rezeptsammlung «A la mode de chez nous» von M.Vidoudez und J. Granier wurde dieser traditionelle Kuchen zu Silverster und Neujahr aufgetischt.

 

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