Dreikönigskuchen

500/250 g Mehl und 10/5 g Salz in eine Schüssel geben und mischen. 35/18 g Hefe und 35/18 g Zucker in 2,5/1,25 dl Milch auflösen. Hefemilch und 1/0,5 Ei zum Mehl geben. Zu einem Teig zusammenfügen. Den Teig auf dem Tisch etwas kneten. Nach und nach 80/40 g Butter dazugeben und einarbeiten. 40/20 g Mandelmasse und 1/0,5 TL abgeriebene Zitronenschale ebenfalls dazugeben und einarbeiten. Teig geschmeidig kneten. 80/40 g Sultaninen kurz in Wasser einweichen und gut abtropfen lassen. Sultaninen am Schuss unter den Teig mischen. Teig in die Schüssel zurückgeben. Mit Klarsichtfolie bedecken und 1-2 Std. auf die doppelte Menge aufgehen lassen. 10/8 Portionen von ca. 60/40 g abwägen und zu Kugeln formen. Dabei in eine Kugel eine Mandel stecken. Den Restteig zu einer grossen Kugel formen und etwas flach drücken. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, die kleinen Kugeln gleichmässig darum herum verteilen. Mit 1 verklopften Ei bestreichen und weitere 15 Min. aufgehen lassen. Nochmals mit Ei bestreichen und mit gehobelten Mandeln und etwas Hagelzucker bestreuen. Dreikönigskuchen im unteren Teil des auf 190° C vorgeheizten Backofens (Ober-/Unterhitze) 30/20 Min. backen. Quelle: Richemont Fachschule

Supplement: Der Dreikönigskuchen gehört in der ganzen Schweiz zu den erfolgreichsten Bräuchen. Im süssen kranzförmigen Hefegebäck wird eine kleine Königsfigur aus Plastik eingebacken. Wer den Plastikkönig findet, ist für einen Tag König oder Königin und darf die goldene Papierkrone tragen, die den Kuchen zuvor geschmückt hat. Gegessen wird der Kuchen am 6. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige. Den aktuellen Brauch mit dem beliebten Hefegebäck gibt es est seit 1952, die Wurzeln indes reichen bis in die römische Antike zurück. Massgeblich verantwortlich für die Neuinszenierung war der Basler Brot- und Gebäckforscher Max Währen (1919-2008).

Währen arbeitete als Versicherungsbeamter in Bern und betrieb in seiner Freizeit Forschungen zur Geschichte des Brotes. 1979 verlieh ihm die ETH Zürich dafür die Ehrendoktorwürde. Auf der Suche nach dem Ursprung von schweizerischen Gebäckformen wie dem Gipfeli, dem Zopf oder dem Grittibänz stiess er auch auf den Brauch des Dreikönigskuchens. Sein Ursprung liege im Mittelalter. So will Währen eine erste urkundliche Erwähnung des Dreikönigskuchens in der Schweiz bereits 1390 gefunden haben. Der Brauch des Kuchens gehe aber auf die römischen Saturnalien zurück. Bei diesem Volksfest hätten auch Sklaven für einen Tag König sein dürfen, wenn sie die im Kuchen versteckte Bohne gefunden hätten. Die vom passionierten Brotforscher dargestellten Ursprungsmythen wurden auch skeptisch zur Kennntnis genommen, zumal Währen 1000 Jahre ohne jegliches Zeugnis für diesen Brauch nicht ausführte. Der Bohnenkuchen, der Vorläufer unseres heutigen Dreikönigskuchens, spielte jedenfalls zwischen 1390 und 1952 abgesehen von einigen wenigen Orten in der Westschweiz eine eher unbedeutende Rolle.

Dies änderte sich, als Währen 1952 mit dem Schweizerischen Bäcker- und Konditorenverband SBKV zusammenspannte und sich für die Wiederbelebung des Brauchs starkmachte. Währens Nachforschungen stiessen beim befreundeten Bruno Heilinger, dem damaligen Zentralsekretär des SBKV, auf Interesse. Dieser unterstützte Währens Bemühungen, den Dreikönigskuchen in der ganzen Schweiz als neues Produkt zu lancieren. „Ich kümmere mich ums Geld, du dich um den Rest“, soll dieser ihm bei einem Nachessen gesagt haben, so Währen 2005 gegenüber dem „Blick“. Zusammen mit der Bäckereifachschule Richemont in Luzern entwickelte Max Währen das passende Rezept dazu. Im November 1952 wurde der Dreikönigskuchen in der heute beliebten Form dann an einer Medienkonferenz bei Richemont vorgestellt und medienwirksam inszeniert.

Das Interesse am neuen Brauch war am Anfang recht bescheiden, im ersten Jahr wurden nur 50’000 Stück verkauft. 1960 gelang der Druchbruch dank einer Aktion des legendären Gletscherpiloten Hermann Geiger. Dieser flog die Heiligen Drei Könige samt dem süssem Gebäck nach Chandolin ins Val d’Anniviers. Mit dem enormen Medienecho schaffte der Dreikönigsbrauch den endgültigen Durchbruch. Von Jahr zu Jahr wurden mehr Kuchen verkauft, 1980 waren es bereits rund eine Million. Mittlerweile werden jedes Jahr rund 1,5 Millionen Stück verkauft, der Medienverantwortliche des SBKV bezeichnete den Dreikönigskuchen gar als „populärste Tagesaktion der Bäckerbranche“.

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